Outdoorgehäuse auswählen:
worauf achten?

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IP-Klasse, Material, Thermomanagement, Montage — die wichtigsten Entscheidungskriterien beim Kauf eines Outdoorgehäuses, erklärt vom Hersteller.

Was ist ein Outdoorgehäuse?

Ein Outdoorgehäuse — auch Outdoorschrank, Freiluftschrank oder Außengehäuse genannt — ist ein wetterfestes Gehäuse für den dauerhaften Einsatz im Freien, ohne Gebäude- oder Dachschutz. Es schützt eingebaute Elektronik, Steuerungen und Netzwerkkomponenten zuverlässig vor Regen, Wind, UV-Strahlung, Schnee, Temperaturschwankungen und unbefugtem Zugriff.

Der entscheidende Unterschied zum normalen Schaltschrank: Ein Outdoorgehäuse ist für alle Witterungsbedingungen ausgelegt — von arktischer Kälte bis zur Wüstenhitze — und erfüllt höhere Anforderungen an Schutzart, Stoßfestigkeit und Thermomanagement. ZPAS Schaltschränke für Innenbereiche sind separat erhältlich.

Kurzdefinition: Ein Outdoorgehäuse ist ein Allwettergehäuse nach EN 60529 (IP-Schutzart) und EN 62262 (Stoßfestigkeit IK), konzipiert für den Dauerbetrieb im Außenbereich ohne zusätzlichen Gebäudeschutz.

Schutzart: IP54, IP55 oder IP65 — was brauche ich?

Die IP-Schutzklasse (Ingress Protection nach EN 60529) ist das wichtigste Auswahlkriterium für ein Outdoorgehäuse. Sie beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper (1. Ziffer) und gegen Wasser (2. Ziffer).

Als Faustregel: IP54 deckt die typischen Außenanwendungen ab, IP55 zusätzlich besonders exponierte Standorte. IP65 ist nur dann notwendig, wenn direkter Wasserstrahl unter Druck oder Hochdruckreiniger zu erwarten sind. Eine vollständige Erklärung aller IP-Klassen finden Sie in der IP-Tabelle im FAQ.

Ergänzend zur Schutzart gilt: IK10 (Stoßfestigkeit nach EN 62262, 20 Joule) ist die höchste Klasse für mechanischen Schutz — Standard bei ZPAS Outdoorgehäusen. Relevant überall dort, wo Vandalismus, Fahrzeugnähe oder raue Industrieumgebungen eine Rolle spielen.

Material: Warum Aluminium für Outdoorgehäuse?

Das dominierende Material für qualitative Outdoorgehäuse ist eloxiertes Aluminium — und das aus gutem Grund:

ZPAS fertigt Outdoorgehäuse in der Alum-Baureihe (SZD) aus eloxiertem Aluminium. Stahlblech-Versionen sind optional möglich — etwa aus Kostengründen für gut geschützte Standorte mit kurzer Betriebszeit. Kunststoff-Gehäuse (GFK/Polyester) werden von ZPAS nicht gefertigt.

Thermomanagement: Kühlung und Heizung im Außenbereich

Technik erzeugt Verlustleistung — und die muss abgeführt werden, ohne die Schutzart zu gefährden. Im Außenbereich kommen Sommer-Hitze und Frost als zusätzliche Faktoren hinzu. ZPAS integriert je nach Anwendung verschiedene Thermomanagement-Systeme:

Kühlung

Heizung

Faustregel: Für Verlustleistungen bis ca. 50 W reicht oft natürliche Konvektion. Ab 100–200 W empfiehlt sich ein LL-Wärmetauscher. Ab mehreren hundert Watt ist eine aktive Kühlung (Klimaanlage oder AHP) sinnvoll.

Maße und Anreihsystem: flexibel skalieren

ZPAS Outdoorgehäuse der SZD-Baureihe sind in Standardbreiten von 409 bis 1.654 mm und Tiefen von 409 bis 1.009 mm lieferbar, die Höhe ist frei wählbar; Sondermaße gehen in jeder Richtung — auch über 4 m Breite und deutlich über 2 m Höhe. Das ermöglicht projektspezifische Anpassung, ohne auf Kompromisse bei der Standardisierung einzugehen.

Besonders praktisch: Das Anreihsystem. ZPAS Outdoorschränke lassen sich seitlich aneinanderreihen. Projekte können mit einem einzelnen Gehäuse starten und bei wachsendem Platzbedarf einfach erweitert werden — zweiter, dritter Schrank daneben, mechanisch und optisch zu einer Schrankreihe verbunden. Keine Neuplanung, kein Austausch.

Für die Fundamentierung gibt es Sockel, Edelstahl-Fundamentrahmen und Betonfundamente, für kleine Schränke Wand- und Masthalter.

Normen und Zertifizierungen

Achten Sie beim Kauf auf normkonforme Prüfung — nicht nur auf Herstellerangaben ohne Zertifikat:

Alle Konformitätserklärungen und Zertifikate sind im ZPAS Downloadbereich verfügbar.

Wann lohnt sich ein Outdoorgehäuse direkt vom Hersteller?

Wer Outdoorgehäuse direkt beim Hersteller kauft, profitiert von:

Wie diese Kriterien in der Praxis zusammenkommen, zeigen zwei typische Anwendungen: Outdoorgehäuse für die Wasserwirtschaft (Pumpstationen, Kläranlagen — Korrosionsschutz und Heizung entscheidend) und Outdoorgehäuse für Batteriespeicher (BESS — Temperaturmanagement und Belüftung entscheidend).

Über den Autor

Joachim Hennig · Vertriebsleiter, ZPAS Deutschland

Joachim Hennig ist Vertriebsleiter bei ZPAS Deutschland in Leipzig. Er berät Kunden aus Industrie, IT und Telekommunikation bei der Auswahl von Schaltschränken, Serverschränken und Outdoorgehäusen — vom Standardgehäuse bis zur Sonderkonstruktion.

LinkedIn-Profil →  ·  joachim.hennig@zpasgroup.de

ZPAS Outdoorgehäuse direkt vom Hersteller

IP54 (IP55 auf Anfrage), IK10, −40 bis +70 °C — Angebot in maximal 2 Werktagen.

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