Schaltschrank überhitzt?
Kühlleistung berechnen & Lösungen

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Berechnen Sie die nötige Kühlleistung — und finden Sie die richtige Lösung: Filterlüfter, Wärmetauscher oder Klimagerät.

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Überhitzung ist die häufigste Ursache für ungeplante Ausfälle in Schaltschränken. Steuerungen stürzen ab, Frequenzumrichter schalten in den Schutzbetrieb, und die Lebensdauer von Elektronik sinkt drastisch — eine Faustregel besagt: jede dauerhafte Temperaturerhöhung um 10 °C halbiert die Lebensdauer elektronischer Bauteile. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Klimatisierung lässt sich das Problem zuverlässig und kosteneffizient lösen.

Kurzantwort: Ein Schaltschrank überhitzt, wenn die im Inneren erzeugte Verlustleistung (Wärme) nicht ausreichend abgeführt wird. Ob ein Filterlüfter genügt oder ein Kühlgerät nötig ist, hängt von der Verlustleistung und der Umgebungstemperatur ab: Ist die Umgebung kühler als die gewünschte Innentemperatur, reicht oft ein Filterlüfter. Ist die Umgebung gleich warm oder wärmer, ist ein aktives Kühlgerät erforderlich.

Kühlleistung berechnen — der kostenlose Online-Rechner

Schrankmaße, Verlustleistung und Temperaturen eintragen — der Rechner schätzt live die erforderliche Kühl- bzw. Heizleistung (Richtwert nach IEC 60890) und empfiehlt direkt den passenden Lösungstyp: Filterlüfter, Wärmetauscher oder Kühlgerät.

Der interaktive Rechner liegt auf einer eigenen Seite — übersichtlich in voller Breite:

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Die häufigsten Ursachen für Überhitzung

Was Überhitzung konkret anrichtet

So rechnet der Rechner — die Faustformel im Detail

Bevor man eine Kühlung auswählt, sollte man wissen, wie viel Wärme überhaupt abzuführen ist. Das geht in drei Schritten:

  1. Verlustleistung summieren: Addieren Sie die Verlustleistung aller eingebauten Komponenten (Angaben aus den Datenblättern, in Watt). Typische Richtwerte: Frequenzumrichter ca. 3–5 % der Antriebsleistung (7,5-kW-FU → ~300 W), Netzteile 5–10 % der Ausgangsleistung, Schütze/Relais 2–10 W, SPS 10–50 W, Trafos/Drosseln laut Datenblatt.
  2. Eigenkühlung des Gehäuses abziehen: Das Gehäuse gibt über seine Oberfläche Wärme ab: Q [W] = k × A × ΔT mit ΔT = Innen- minus Umgebungstemperatur. Der Wärmedurchgangskoeffizient k hängt vom Material ab: lackiertes Stahlblech ≈ 5,5, Edelstahl ≈ 3,7, Aluminium ≈ 12, Kunststoff ≈ 3,5 W/m²K. Die effektive Oberfläche A (vereinfacht nach IEC 60890, Maße in Metern) hängt von der Aufstellung ab — z. B. frei stehend A = 1,8·H·(B+T) + 1,4·B·T, bei Wandanbau A = 1,4·B·(H+T) + 1,8·T·H; für An­reihschränke gelten reduzierte Flächen.
  3. Differenz = benötigte aktive Kühlleistung: Was die Komponenten an Wärme erzeugen, abzüglich der passiven Abfuhr, muss aktiv abgeführt werden.

Beispiel: Schrank 2,0 × 0,8 × 0,6 m, frei stehend → A ≈ 5,7 m². Bei max. 35 °C Halle und erlaubten 45 °C innen (ΔT = 10 K): Q ≈ 5,5 × 5,7 × 10 ≈ 315 W Eigenabfuhr. Stecken 800 W Verlustleistung im Schrank, müssen ~485 W aktiv abgeführt werden — genau das rechnet der Online-Rechner für Sie.

Wichtig — kühler als die Umgebung geht nur mit Kühlgerät: Ein Filterlüfter kann den Schrankinhalt nie kälter machen als die Umgebungsluft. Wollen Sie z. B. konstant 35 °C im Schrank halten, die Halle ist aber 40 °C warm, hilft kein Lüfter — dann ist ein Kühlgerät (Kompressor) zwingend. Für eine genaue Auslegung übernehmen wir die Berechnung gern für Sie.

Die Lösungen im Überblick — welche Kühlung wann?

Lösung Wann geeignet ZPAS-Komponente
Filterlüfter Umgebung kühler als gewünschte Innentemperatur, geringe bis mittlere Verlustleistung. Günstig und wartungsarm. LV-Serie: 15–930 m³/h, IP 54
Luft/Luft-Wärmetauscher Staubige oder feuchte Umgebung, in der keine Außenluft eindringen darf. Trennt Innen- und Außenkreislauf. Wand- oder Dachgerät, IP 54
Kühlgerät (Kompressor) Umgebung gleich warm oder wärmer als Zielinnentemperatur, hohe Verlustleistung. Hält definierte Innentemperatur. Seitengerät CVE (310–5.800 W), Dachgerät ETE (330–2.700 W)
Luft/Wasser-Wärmetauscher Sehr hohe Wärmelasten und vorhandener Kühlwasserkreislauf (z. B. in der Rechenzentrums- oder Maschinenkühlung). Auf Anfrage / Sonderkonstruktion
Outdoor-Klimagerät / Wärmepumpe Freiluftschränke mit Sonneneinstrahlung — kühlen im Sommer, heizen im Winter. CVO (550–5.800 W), AHP 7.0 (−15 bis +50 °C)

Mehr zum Zusammenhang von Schutzart und Aufstellungsort: → IP-Schutzklassen erklärt. Für Hochlast-Umgebungen mit mehreren Racks: → Data-Center- und Serverraum-Kühlung. Ausführliche Auswahl-Anleitung: → Kühlgerät für Schaltschrank & Serverschrank auswählen.

Besonderheit Außenbereich: Sonne und Frost

Outdoorschränke haben zwei gegensätzliche Probleme: Im Sommer Überhitzung durch Sonneneinstrahlung, im Winter Kondensat und Frost. Bewährte Maßnahmen:

Details zu wetterfesten Gehäusen: → ZPAS Outdoorgehäuse & Freiluftschränke.

Häufige Fehler bei der Auslegung

So findet ZPAS die richtige Kühlung für Sie

Sie müssen die Auslegung nicht selbst machen. Im Schaltschrank-Konfigurator wählen Sie Klimakomponenten direkt mit aus — Filterlüfter, Seitenkühlgerät (CVE) und Dachkühlgerät (ETE) sind als Optionen hinterlegt. Für Outdoor steht der Outdoorschrank-Konfigurator mit CVO-Klimageräten und Wärmepumpe bereit. Geben Sie Ihre Verlustleistung und Umgebungsbedingungen an — wir berechnen die passende Kühlleistung und liefern das Gehäuse werkseitig betriebsbereit.

Über den Autor

Joachim Hennig · Vertriebsleiter, ZPAS Deutschland

Joachim Hennig ist Vertriebsleiter bei ZPAS Deutschland in Leipzig. Er berät Kunden aus Industrie, IT und Telekommunikation bei der Auswahl von Schaltschränken, Serverschränken und Outdoorgehäusen — vom Standardgehäuse bis zur Sonderkonstruktion.

LinkedIn-Profil →  ·  joachim.hennig@zpasgroup.de

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